Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen der Landesgruppe Berlin Brandenburg in der DGWF e. V. war es uns möglich das Unternehmen Axel Springer im Rahmen einer Exkursion zum Thema „Digitalisierung“ näher kennenzulernen.
Der erste Teil des Besuches fand im Newsroom DIE WELT statt. Im Newsroom arbeiten bis zu 120 Mitarbeiter in einem sehr großen Raum. Zentrum des Raumes ist „das Auge“ – dort sitzen die zuständigen Chefs vom Dienst. Trotz der großen Anzahl von Arbeitsplätzen und Menschen und der damit verbundenen Kommunikation herrschte eine ruhige Arbeitsatmosphäre. Beeindruckt von der Größe, der intelligenten Aufteilung und Organisation sowie der Akustik des Raumes folgten wir den Ausführungen von Romanus Otte zu interessanten Fakten von Axel Springer.
Großen Wert wird auf eine heterogene Altersstruktur gelegt. Die Zielgruppe der WELT soll sich auch in ihrer Redaktion widerspiegeln. Bei Einstellungen werden gezielt immer wieder jüngere Mitarbeitende gesucht. Und jung heißt in diesem Zusammenhang nicht Anfang 30. Nein, die Jungen sind heute Anfang 20, sie stellen die Generation „Digital Natives“ dar, so Otte. Die Diversität bezieht sich aber nicht nur auf das Alter der Mitarbeitenden.
Axel Springer unterhält eine eigene Journalistenschule, in der hausintern der Nachwuchs sehr praxisorientiert ausgebildet wird. Ein Studienabschluss ist keine zwingende Zugangsvoraussetzung, um hier angenommen zu werden. Bildung als solche ist Voraussetzung und wird in einem Eingangstest abgefragt. Während formale Abschlüsse nicht zwingend sind, steht die Leidenschaft der BewerberInnen im Vordergrund. Denn nur wer für ein Thema brennt, kann das Leben als Journalist ausüben und auch aushalten. Für die 40 Plätze pro Jahr gibt es abnehmend zurzeit 700 Bewerbungen.
U. a. konnten wir aus dem Newsroom mitnehmen, dass Arbeiten in einem Großraum auch angenehm sein kann. Nach dem Motto: „Je größer, desto besser“ sollten Großraumbüros aufgebaut und organisiert sein.
Anschließend berichtete Johannes Burr, Leiter der Personalentwicklung, über den seit Jahren laufenden Veränderungsprozess bei Axel Springer. Das Stichwort ist also Changemanagement! Als klassisches Verlagshaus stand Axel Springer vor knapp 10 Jahren vor der großen Herausforderung sich den verändernden Bedingungen durch die digitale Transformation zu stellen und sich zu verändern. Das ist dem Unternehmen erfolgreich gelungen. Die größte Herausforderung bestand und besteht dabei für die Mitarbeitenden des Konzerns, bereit zu sein, sich und die eigene Arbeitsweise zu verändern und zu akzeptieren, dass sich die Arbeitsaufgaben und die Organisation in einem permanenten Änderungsprozess befinden. Dieser Kulturwandel im Unternehmen ist die Erfolgsvoraussetzung zur Erreichung des Ziels, ein führendes digitales Verlagshaus zu werden. Welcher Kulturwandel sich da bei Axel Springer vollzieht, erführen wir anhand einiger Beispiele, wie z.B. „Von der Fehlervermeidungskultur zur Vertrauenskultur“ oder „Von der Wissensmacht zur Transparenz“.
Leider war die Zeit zu kurz, um noch tiefer in eine Diskussion einzusteigen. Fragen von uns Weiterbildnern gäbe es reichlich. Deswegen freuen wir uns, wenn es eine Fortsetzung gibt, denn als Lifelong Learners sind die Entwicklungen der Digitalisierung auch für uns eine Herausforderung.