BIBB Kongress 2018_Eröffnungsrede Bundesministerin

Am 7. und 8. Juni 2018 fand in Berlin der BIBB-Kongress 2018 zum Thema „Berufsbildung von morgen – Innovationen erleben“ statt. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hatte eingeladen, um über veränderte Berufsbilder und anstehende Entwicklungen zu diskutieren, die sich mit der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt ergeben. Im Zusammenhang mit dem Projekt „Datenkompetenzen für eine digitale Arbeitswelt“ besuchte Susanne Huyoff, die Projektleiterin des Projektes bei der AWW e.V., den Kongress, um sich Input für das Projekt mitzunehmen und mit anderen Kongressteilnehmern dazu auszutauschen.

Hier  ihr kurzer Bericht zur Kongressteilnahme:

Nach einer sehr gut gemachten audiovisuellen Einstimmung auf das Thema sowie der Eröffnung durch den Präsidenten des BIBB, Prof. Dr.  Friedrich Hubert Esser,  begrüßte Frau Anja Karliczek, die Bundesministerin für Bildung und Forschung die Teilnehmenden aus vielen Ländern mit den Worten, das betriebliche Abschlüsse und Hochschulabschlüsse in Deutschland gleichwertige Alternativen sein müssten und Deutschland eine Vorreiterrolle für die digitale Aus- und Weiterbildung übernehmen müsse.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde die Weiterbildung als wichtige Aufgabe für die nächste Zeit bestimmt, um aktiv gegen den Fachkräftemangel vorzugehen. Ein Laufbahnkonzept, in dem unterschiedliche Abschlüsse und Zertifikate als Meilensteine der Karrieren betrachtet werden, ist notwendig, um einen lebenslangen Prozess in Gang zu bringen, der nicht nach dem ersten Abschluss aufhört. Die Forderung nach einer Verringerung der Distanz zwischen Bildung und den Arbeitsplätzen wurde seitens der beiden Vertreterinnen der Wirtschaft erhoben.  Prof. Dr. Dieter Spath, Präsident der Deutschen Akademie der  Technikwissenschaften fasste die Diskussion mit den Worten zusammen, Deutschland solle Weiterbildungsweltmeister werden.

Nach einem Perspektivwechsel durch den Vortrag von Prof. Geoff Hayward, über Berufsbildungssysteme außerhalb Deutschlands – insbesondere in Großbritannien – begann die Arbeit in den Foren, die sich spezifischen Themen widmeten. Hier wurde am Nachmittag des 7. Junis und am Vormittag des 8. Junis über die Veränderungen im Gesamtsystem durch Digitalisierung, über Lernortkooperationen im Zeitalter der Digitalisierung, Work-based Learning, Migration und Integration sowie die Reform der Pflegeausbildung referiert. Unterschiedliche Beiträge über laufende Projekte verdeutlichten den aktuellen Stand.

Den Abschluss bildete ein Vortrag von Prof. Dr. Ludger Wößmann – Leiter des ifo-Zentrums für Bildungsökonomie über die Veränderung der Berufsbildung. Er beleuchtete die Stärken der dualen Ausbildung in Deutschland unter ökonomischen Gesichtspunkten und differenzierte hinsichtlich eines immer wieder diskutierten Akademisierungswahns.

Insgesamt bot der BIBB-Kongress eine interessante Vielzahl an unterschiedlichem Input. Jedoch fehlte einer der Geschwindigkeit der digitalen Entwicklung gemäße Vision, wie den bereits bekannten Veränderungen begegnet werden soll.

Für einen Einblick in Teile des Kongresses gibt es auf der Homepage des BIBB eine ausführliche Online-Dokumentation, zu finden unter: https://kongress2018.bibb.de/kongress/online-dokumentation/