Forscher des Wissenschaftszentrums Berlins und des Karlsruher Instituts für Technologie haben bereits im Sommer 2018 die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung zum Einfluss von non-formaler Weiterbildung auf die Arbeitsmarktmobilität veröffentlicht. Aktuell findet in den Medien eine kontroverse Diskussion unter der Überschrift „Kein Aufstieg durch Bildung“ statt.

Die beiden Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass non-formale berufliche Weiterbildung den Beschäftigen vorwiegend dabei hilft, die sich verändernden Erfordernisse am Arbeitsplatz zu erfüllen und somit hauptsächlich die Beschäftigungsfähigkeit erhält. Aber einen Karriereschub, den Aufstieg, im eigenen Unternehmen oder einen Unternehmenswechsel würden die wenigsten erreichen.

Non-formale Weiterbildungen sind Qualifikationsangebote, die außerhalb des formalen Bildungssystems stattfinden und nicht zu einem anerkannten Abschluss führen. Hierbei handelt es sich z. B. um Produkt- und Geräteschulungen am Arbeitsplatz, die von Lieferanten für ihre Kunden durchgeführt werden. Auch Seminare und der Besuch von Konferenzen zählen dazu.

Im Gegensatz erhalten die Teilnehmenden von formalen Weiterbildungen einen anerkannten Abschluss des nationalen Bildungssystems.Diese Abschlüsse, wie Zertifikate und mehr, sind im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) verortet.

Bei den Zertifikatskursen, die von der Agentur für wissenschaftliche Weiterbildung und Wissenstransfer e.V. (AWW) gemeinsam mit der Technischen Hochschule Brandenburg (THB) angeboten werden, handelt es sich grundsätzlich um formale Weiterbildungsangebote. Vergeben werden bspw. die Hochschulzertifikate „Data Scientist“ oder „Lasertechnik/in“. Ebenso sind die Qualifikationen mit Leistungspunkten nach dem European Credit Transfer System (ECTS) versehen, die sich Teilnehmende bei Aufnahme eines Hochschulstudiums anrechnen lassen können.

Aus den Erfahrungen von Teilnehmenden des Zertifikatskurses „Data Science“ der vergangenen vier Jahre ist bekannt, dass das Hochschulzertifikat von THB und AWW vielfach zu einem Aufstieg geführt hat.

Was in den Ergebnissen der genannten Studie mit einem bitteren Beigeschmack verstanden werden kann, ist der Eindruck, dass Aufstieg grundsätzlich mit einem Schritt auf der Karriereleiter gleichgesetzt wird. Aber kann Aufstieg nicht auch bedeuten sich mit non-formaler Weiterbildung zum Fachexperten zu entwickeln? Dieser Status kann für die Beschäftigen eine Arbeitsplatzsicherheit oder mehr Gestaltungsoptionen hinsichtlich Arbeitszeit oder auch Arbeitsort darstellen. Was niemals vergessen werdend darf ist die Wertschätzung der Beschäftigen, die sich regelmäßig weiterbilden. Um es zusammenzufassen: Bildung ist immer ein sehr gute Investition in die eigene Zukunft. Dabei ist es schlussendlich egal ob es sich um eine formale Weiterbildung handelt oder eben um die non-formale. Beide Weiterbildungsformen beweisen, dass jemand sich aktiv um die persönliche Weiterentwicklung bemüht,sich motiviert und interessiert zeigt, den Herausforderungen der sich verändernden Welt gewachsen zu sein.