In der vergangenen Woche, genauer gesagt am 17.10.2018 wurde der Tag des Spreadsheets begangen. Das Datum, der 17. Oktober, geht dem Vernehmen nach darauf zurück, dass am 17. Oktober 1979 mit dem Verkaufsbeginn von VisiCalc die Geburtsstunde der Tabellenkalkulationsprogramme schlug. Bis dahin bestanden Spreadsheets tatsächlich aus Papier und enthielten handschriftliche Eintragungen für umfangreiche Berechnungen. Fand an irgendeiner Stelle eine Änderung statt oder wurde ein Fehler gefunden, dann begann die Überarbeitung des gesamten Blattes. Ein mühsamer, zeitaufwendiger und fehleranfälliger Prozess.

Kein Wunder also, dass die viel flexibleren Programme einen Siegeszug rund um den Globus antraten. Inzwischen ist Microsoft Excel das tonangebende Produkt. Es gibt Schätzungen, nach denen Excel auf mehr als einer Milliarde Rechner weltweit verfügbar ist.

Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. 2013 titelte Der Spiegel: „Star-Ökonom beklagt Hexenjagd nach Excel-Panne“. Im Text hieß es: „Ausgerechnet Kenneth Rogoff, der angesehene Harvard-Ökonom, dessen Studien zur Rechtfertigung der europäischen Sparpolitik herhalten mussten, hatte sich verrechnet. Ein peinlicher Fehler bei der Anwendung des Computerprogramms Excel – aufgedeckt von einem Studenten.“

Schon vor diesem Fall, der eine breitere Öffentlichkeit erreichte, war auf Schwachstellen in Excel hingewiesen worden. Einen guten Überblick über die Probleme, die mit Excel verbunden sein können bietet Patrick Burns mit einem Tutorial unter dem Titel Spreadsheet Addiction.

Des fairen Ausgleichs halber sei ein weiteres Tutorial von Burns erwähnt. Es trägt den Titel „The R Inferno“ und der vorangestellte Abstract besteht nur aus einem Satz: „If you are using R and you think you’re in hell, this is a map for you“.

Aber zurück zu Excel, ein von Burns bereits vor Jahren aufgezeigtes Kuriosum funktioniert bis heute: Ein sogenanntes Tortendiagramm zeigt klaglos auch negative Werte / Stücke an.

Tortendiagramm

Faktisch ist Excel aber ein zuverlässiges und leistungsfähiges Arbeitsmittel für eine riesige Zahl von Anwenderinnen und Anwender. Und weil das so ist, wurden und werden auch R Pakete zum Umgang mit Exceldateien entwickelt und bereitgestellt. Zum Beispiel enthält das sogenannte tidyverse die Funktion read_excel.

Zum Schluss noch ein praktischer Tipp:

Mit der folgenden R Anweisung kann eine xlsx Datei aus dem Internet geladen werden.

download.file(url = <>, destfile = "Eksel.xlsx")

Standardmäßig wird der Download im Textmodus vollzogen. Kann Excel die Datei nicht öffnen, sollte der Download im binären Modus durchgeführt werden. Der R Code lautet dann:

download.file(url = <>, destfile = "Eksel.xlsx", mode= "wb")