Der Begriff Governance ist in aller Munde. Wenn man den Begriff bei Google eingibt, erhält man 29.466 Ergebnisse. Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Benz/Lütz/Schimank/Simonis verstehen unter Governance neue Formen der Koordinierung zwischen Akteuren, deren Handlungen voneinander abhängig sind, die sich also gegenseitig unterstützen oder beeinträchtigen können (Benz/Lütz/Schimank/Simonis, 2007, S. 9). Es geht also bei der Governance darum, gemeinsam etwas zu regeln. Der Begriff wird auf das lateinische ,gubernare‘ (das Steuerruder führen, lenken, leiten) oder das französische ,gouverner‘, (verwalten, leiten, erziehen) zurückgeführt. Im Englischen wird unter governance „the action or manner of governing“ (Oxford Dictionary) verstanden. Governance ist „die Gesamtheit der zahlreichen Wege, auf denen Individuen sowie öffentliche und private Institutionen ihre gemeinsamen Angelegenheiten regeln. Es handelt sich um einen kontinuierlichen Prozess, durch den kontroverse oder unterschiedliche Interessen ausgeglichen werden und kooperatives Handeln initiiert werden kann. Der Begriff umfasst sowohl formelle Institutionen und mit Durchsetzungsmacht versehene Herrschaftssysteme als auch informelle Regelungen, die von Menschen und Institutionen vereinbart oder als im eigenen Interesse angesehen werden. (…).“ (Definition der UN-Commission on Global Governance, zitiert nach Stiftung Entwicklung und Frieden, 1995: S. 4 ff. http://www.bpb.de/veranstaltungen/netzwerke/teamglobal/67464/ definition, Zugriff am 11.10.2016)

Die Governancediskussion gewinnt an Bedeutung, da bekannte Steuerungs- und Regelungsformen, von denen man gemeinhin die Lösung von Problemen in der modernen Gesellschaft erwartet, „also der Staat bzw. das Hierarchiemodell in Politik, Verwaltung und Unternehmen, der Markt oder Verbände und soziale Gemeinschaften, problematisch geworden sind“ (Benz/Lütz/Schimank/Simonis, 2007, S. 9). Moderne Gesellschaften sind durch eine Vielzahl an netzwerkartigen Strukturen und Verhandlungssystemen gekennzeichnet, die sich aus staatlichen und nicht staatlichen Akteuren bilden. Staat, Markt und Zivilgesellschaft greifen mit ihren unterschiedlichen Steuerungsmechanismen bzw. -logiken ineinander. (Die staatliche Steuerungslogik ist das Recht, der Markt orientiert sich am Tauschmittel Geld und in der Zivilgesellschaft wird verhandelt und ausgehandelt.)

Zielgruppe

Der Studienbrief ist für das Selbststudium geeignet. Er richtet sich an Studierende im Bereich Sozialmanagement und Öffentliches Dienstleistungsmanagement.

Studienziele

Neben einer Einführung in die Begriffsdefinitionen Governance – Orders of Governance, Cooperation und Interaction – werden die verschiedenen Ebenen von Governance beleuchtet. Dabei reflektiert der Autor neben den theoretischen und strategischen Facetten des komplexen Themas auch eine normative Sichtweise auf die Begriffe Wohlfahrtsmix und Governance.

Einen ersten Einblick erhalten Sie durch die Leseprobe:

http://shop.aww-brandenburg.de/media/files_public/qsvmpomrqnrt/2-020-1005-1_D_Leseprobe.pdf

 

Weitere Informationen:

Preis: 17,90 €

Studienbrief-Nr.: 2-020-1005

ISBN-Nummer: 978-3-86946-214-1

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