Sozialplanung hat, vergleicht man sie mit der Geschichte der Sozialen Arbeit, eine relativ kurze Geschichte. Als Geburtsphase kommunaler Sozialplanung wird in der Regel die Zeit der 1960-er-Jahre genannt. Es war vor allem der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V. (DV), der durch seine damaligen und heutigen Aktivitäten rund um die Belange von Kommunen einen großen Teil dazu beigetragen hat, dass Sozialplanung in der kommunalen Steuerung (wieder) ihren Stellenwert hat und mittlerweile als unverzichtbar angesehen werden kann, sollen zukünftige Veränderungen und kommunales Innovationspotenzial nicht dem Zufall überlassen bleiben. Sozialplanung verhindert einen „kommunalen Blindflug“, wenn es darum geht, Sozial- und Infrastrukturen sowie poltisch-administrative Strukturen auf gesellschaftliche und politische Veränderungen vorzubereiten.

Warum ist Sozialplanung Gegenstand dieses Studienbriefes?

Die meisten Akteure in den Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit und der Sozialwirtschaft beschäftigen sich in irgendeiner Weise mit Planung. Zum einen ist den meisten Fachkräften die Hilfeplanung bekannt, die in der Organisation von Hilfe für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen eine große Rolle spielt und in der Jugendhilfe sogar ein verwaltungsrechtlich gestütztes Verfahren zur Gewährung einer Erziehungshilfe darstellt. Diese Formen der Planung finden stets auf der Einzelfallebene statt, als Suche nach der geeigneten und notwenigen Hilfe für Menschen in Bedarfslagen.

Ein anderer Zugang zum Planungsbegriff findet sich im Rahmen der Auseinandersetzung mit Fragen der Organisationsplanung – also den Fragen nach einrichtungsbezogenen Konzepten und Programmen. Es geht hier um Überlegungen, mit welchen fachlichen Konzepten und welchen Leistungen gegenüber Leistungsadressatinnen und -adressaten und gleichzeitig Kostenträgern und anderen Interessenträgern gegenüber ein attraktives und nutzbares Angebot gemacht werden kann (Merchel, 2016, S. 17).

Eine weitere Ebene der Planung ist die sog. Infrastrukturplanung. Sie befasst sich mit der quantitativ und qualitativ angemessenen bzw. politisch ausgehandelten Versorgung mit Angeboten der sozialen Unterstützung und Förderung (ebd.). Planung erfolgt hier quasi aus der „Vogelperspektive“, denn sie verlässt die Ebene des Einzelfalls und die Ebene der Organisation und fragt nach der Gestaltung von örtlichen sozialen Strukturen und Sozialräumen, verbindet aber stets diese drei „Planungsebenen“.

Wir definieren Sozialplanung in diesem Studienbrief als „Dachbegriff“, der zunächst idealtypisch für ein Verständnis der Infrastrukturplanung steht, gleichwohl aber zu Kenntnis nimmt, dass die einzelnen Fach- und Ressortplanungen (Gesundheitsplanung, Jugendhilfeplanung, Bildungsplanung etc.) ihren eigenen gesetzlichen Regelungen und politisch-administrativen Gesetzmäßigkeiten folgt.

Dieser Studienbrief ist zum Selbstlernen geeignet. Einen ersten Einblick erhalten Sie durch die Leseprobe: http://shop.aww-brandenburg.de/media/files_public/trpipxgjdc/2-020-1007_D_Leseprobe.pdf

Weitere Informationen:

Studienbrief-Nr.: 2-020-1007

ISBN-Nummer: 978-3-86946-217-2

Preis: 17,30 €

http://shop.aww-brandenburg.de/